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Infrastruktur

Backup vorhanden, Rückspielung nie getestet: der teuerste Irrtum

Ein Backup ist kein Backup, solange es nicht einmal zurückgespielt wurde. Bis dahin ist es eine Hoffnung mit Speicherplatz.

Der Moment, in dem es auffällt

Die Sicherung läuft seit Jahren. Grüne Haken im Protokoll, niemand hat sich je beschwert. Dann fehlt eine Datei, ein Datenträger stirbt oder jemand verschlüsselt den Server — und beim ersten echten Rückspielversuch stellt sich heraus: Die Sicherung umfasste die Datenbank nicht, weil sie im laufenden Betrieb gesperrt war. Oder das Band ist unlesbar. Oder es fehlt das Kennwort für das verschlüsselte Archiv.

Keiner dieser Fehler ist exotisch. Alle sind in einem Test in zwanzig Minuten zu finden — und ohne Test erst dann, wenn es keine Alternative mehr gibt.

Die Kette, an der fast alle vor dem letzten Glied aufhörenDatenServer, Rechner, PostfächerSicherungläuft nachts, meldet grünAblageverschlüsselt, außer HausRückspielender eigentliche TestOhne diesen Schritt ist alles davor eine Vermutung.
Die Sicherungskette · Vom Datenbestand bis zum Rückspieltest

Die 3-2-1-Regel ohne Fachchinesisch

Drei Kopien Ihrer Daten: das Original und zwei Sicherungen. Zwei verschiedene Medien — nicht zwei Ordner auf demselben Server. Eine Kopie außer Haus — denn Feuer, Wasser und Diebstahl machen vor dem Serverschrank nicht halt.

Die Regel ist alt und wird trotzdem selten eingehalten. Der häufigste Verstoß: Die externe Festplatte liegt neben dem Server. Der zweithäufigste: Alles läuft in dieselbe Cloud, in der auch die Originale liegen.

Wie lange eine echte Rückspielung dauert

Das ist die Zahl, die niemand kennt, bis er sie braucht. Eine einzelne Datei ist in Minuten da. Ein kompletter Server hängt an drei Dingen: Datenmenge, Leitung und der Frage, ob Sie auf Ersatzhardware zurückspielen können oder erst welche beschaffen müssen.

Rechnen Sie es einmal durch — und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Frage, wie lange Ihr Betrieb ohne diese Daten arbeiten kann. Wenn die zweite Zahl kleiner ist als die erste, haben Sie kein Backup-Problem, sondern ein Wiederanlaufproblem. Das löst man anders: mit Redundanz, Zwischenständen oder einer Ersatzumgebung, die bereitsteht.

Ransomware: warum Versionierung zählt

Verschlüsselungstrojaner warten heute. Sie verschlüsseln nicht sofort, sondern arbeiten sich wochenlang durch die Daten, damit die Sicherungen den verschlüsselten Zustand mitnehmen. Wer nur die letzte Version aufbewahrt, sichert am Ende nur noch Schrott.

Was dagegen hilft: mehrere Versionsstände über Wochen und Monate — und Sicherungen, die sich nachträglich nicht mehr ändern lassen. Der zweite Punkt ist entscheidend, denn wer den Server übernimmt, versucht als Erstes, die Sicherungen zu löschen.

Ein Testplan, der in 30 Minuten passt

  • Jeden Monat: eine beliebige Datei aus der Sicherung des Vormonats zurückholen. Dauert fünf Minuten und findet die Hälfte aller Probleme.
  • Jedes Quartal: eine Datenbank oder ein Postfach zurückspielen — in eine Testumgebung, nicht über das Original.
  • Einmal im Jahr: einen kompletten Server auf Ersatzhardware oder in eine virtuelle Umgebung zurückholen und die Zeit stoppen. Diese Zahl notieren.
  • Nach jeder Änderung: neuer Server, neue Software, neue Freigabe — prüfen, ob sie in der Sicherung angekommen ist. Das ist die zweithäufigste Lücke.

Was das kostet

Unser Backup in die eigene Cloud kostet 18 € pro Terabyte und Monat — für PCs, Server und NAS ebenso wie für Microsoft 365 und Google Workspace. Die Zahl der Geräte spielt keine Rolle; abgerechnet wird ausschließlich der belegte Speicher. Details stehen auf der Seite zu Backup as a Service.

Der Rückspieltest gehört bei uns dazu. Nicht, weil er aufwendig wäre, sondern weil ein Backup ohne ihn genau das ist, wovon dieser Beitrag handelt.

Fragen dazu? Wir beantworten sie lieber am Telefon als in den Kommentaren — Sie bekommen jemanden, der die Anlagen selbst baut.

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