Sicherheit
Einbruch in Zahlen: Was die Statistik 2025 über wirksamen Schutz verrät
Die gute Nachricht zuerst: Ein großer Teil der Einbrüche scheitert. Die schlechte: Wer drin ist, wird selten gefasst. Beides zusammen sagt ziemlich genau, wo Schutz ansetzen muss.
Die Zahlen für 2025
Die Polizei hat 2025 in Deutschland 82.920 Wohnungseinbrüche erfasst, Versuche eingerechnet. Das sind 5,7 Prozent mehr als im Jahr davor (78.436). Nur 14,1 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt. Gleichzeitig blieben 44,9 Prozent im Versuch stecken: Die Täter kamen nicht hinein.
In Baden-Württemberg waren es 5.844 Fälle — weniger als halb so viele wie 2015 (12.255). Im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn, zu dem Stadt und Landkreis Heilbronn gehören, zählte die Polizei 424 Einbrüche, 36 mehr als 2024. 143 davon blieben im Versuch.
Quellen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, zusammengefasst von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (k-einbruch.de); Innenministerium Baden-Württemberg, Pressemitteilung vom 19.02.2026; Polizeipräsidium Heilbronn, Pressemitteilung vom 26.02.2026.
Was die Zahlen bedeuten
Die niedrige Aufklärungsquote heißt: Auf die Polizei danach sollte man sich nicht verlassen. Der hohe Anteil gescheiterter Versuche heißt: Es lohnt sich, es den Tätern schwer zu machen. Die meisten geben auf, wenn es länger dauert, laut wird oder sie gesehen werden könnten.
Daraus ergibt sich eine Reihenfolge, die auch die polizeilichen Beratungsstellen empfehlen: erst Mechanik, dann Elektronik.
1. Mechanik: Der Einbruch muss Zeit kosten
Die meisten Täter kommen über Fenster, Terrassen- und Balkontüren oder die Wohnungstür — mit einfachem Werkzeug. Geprüfte Fenster- und Türsicherungen, abschließbare Griffe und eine gut verriegelte Tür sorgen dafür, dass ein Versuch ein Versuch bleibt. Das ist nicht unser Fachgebiet, aber es gehört an den Anfang jeder ehrlichen Beratung.
Kostenlos und herstellerneutral berät dazu die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums, auch bei Ihnen vor Ort.
2. Alarmanlage: Der Einbruch muss laut werden
Eine Alarmanlage verhindert keinen Einbruch, aber sie verkürzt ihn. Wer eingestiegen ist und eine Sirene hört, bleibt selten lange. Worauf es ankommt:
- Außenhaut zuerst: Öffnungs- und Glasbruchmelder an Fenstern und Türen melden, bevor jemand im Haus ist. Bewegungsmelder innen sind die zweite Linie.
- Jemand muss reagieren: Eine Sirene allein wird in Wohngebieten oft ignoriert. Eine Benachrichtigung aufs Handy oder die Aufschaltung auf einen Wachdienst macht den Unterschied.
- Keine Fehlalarme: Eine Anlage, die jede Katze meldet, wird irgendwann nicht mehr scharf geschaltet. Planung und saubere Einstellung sind wichtiger als die Zahl der Melder.
- Normen: Anlagen nach DIN EN 50131 (bzw. mit VdS-Anerkennung) sind geprüft. Manche Versicherungen verlangen das bei höheren Werten.
3. Kamera: Der Einbruch muss sichtbar werden
Eine gut sichtbare Kamera schreckt ab. Wer ein Grundstück auskundschaftet, geht im Zweifel zum Nachbarn. Und wenn doch etwas passiert, liefert die Aufzeichnung Zeitpunkt, Anzahl der Personen und oft ein Fahrzeug. Das hilft der Polizei und der Versicherung.
Damit das funktioniert:
- Die richtigen Stellen statt möglichst viele: Zugänge, Terrassentür, Einfahrt. Eine Kamera, die nur Gesichter von hinten zeigt, nützt nichts.
- Nachtsicht und Licht: Die meisten Einbrüche passieren in der dunklen Jahreszeit und in der Dämmerung. Kameras mit guter Nachtsicht, dazu ein Bewegungsstrahler.
- Aufzeichnung, die Ihnen gehört: Ein Rekorder im Haus (gut versteckt) statt eines Abos bei einem Anbieter, dessen Server Sie nicht kennen. Zugriff aufs Handy geht trotzdem, verschlüsselt.
- Eigenes Netz: Kameras gehören nicht ins gleiche Netzwerk wie Ihre Rechner. Billige Geräte mit Standardpasswort sind ein bekanntes Einfallstor.
Was die Kamera filmen darf
Grundsätzlich nur das eigene Grundstück. Öffentlicher Gehweg, Straße und das Grundstück der Nachbarn sind tabu, notfalls werden diese Bereiche im Bild ausgeblendet (Privatzonen). Bei Mehrfamilienhäusern und bei Mitarbeitern im Betrieb gelten zusätzliche Regeln, und ein Hinweisschild gehört dazu. Das ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel fragen Sie einen Anwalt oder den Landesdatenschutzbeauftragten, bevor die Kamera hängt.
Was wir empfehlen
Gehen Sie einmal abends ums Haus und schauen Sie mit den Augen eines Täters: Wo ist es dunkel, wo sieht man nicht hin, wo würden Sie einsteigen? Dort beginnt die Planung. Erst Mechanik, dann eine Alarmanlage an der Außenhaut, dann Kameras an den Zugängen. In dieser Reihenfolge wird aus Technik Schutz.
Fragen dazu? Wir beantworten sie lieber am Telefon als in den Kommentaren — Sie bekommen jemanden, der die Anlagen selbst baut.
Oder schreiben Sie an [email protected].
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