Netzwerk
LAN-Kabel im Haus oder Büro verlegen: Kabeltyp, Planung und typische Fehler
Ein Netzwerkkabel verlegt man einmal. Deshalb lohnt es sich, vorher fünf Minuten länger zu planen als hinterher zehn Jahre mit einem wackelnden WLAN zu leben.
Welches Kabel
Für feste Verlegung in der Wand nimmt man Verlegekabel, kein Patchkabel mit Steckern. Üblich ist heute Cat.7-Verlegekabel. Damit sind Sie für alles gerüstet, was in den nächsten Jahren in Haus oder Büro kommt. Wichtig ist weniger die Zahl auf dem Kabel als die Qualität der gesamten Strecke: Kabel, Dose, Patchfeld und saubere Verarbeitung.
Wie viele Anschlüsse
Mehr, als Sie heute brauchen. Die Faustregel:
- Arbeitsplatz oder Büro: mindestens zwei Anschlüsse pro Platz.
- Wohnzimmer: zwei bis vier, für Fernseher, Receiver, Konsole.
- Decke oder Flur je Stockwerk: ein Anschluss für einen WLAN-Access-Point. Das ist der Punkt, den fast alle vergessen, und der später das meiste bringt.
- Außen: für Kamera oder WLAN im Garten gleich mitplanen.
Ein zusätzlicher Anschluss kostet beim Verlegen wenig. Nachträglich kostet er eine aufgestemmte Wand.
Wohin mit dem Verteiler
Alle Kabel laufen sternförmig zu einem zentralen Punkt: Netzwerkschrank oder Verteilerkasten, dort auf ein Patchfeld aufgelegt. Dort stehen dann auch Router und Switch. Der Ort sollte trocken, belüftet und erreichbar sein, und dort muss eine Steckdose sein. Der Putzraum ist möglich, der Heizungsraum mit hoher Temperatur eher nicht.
Die typischen Fehler
- Kabel direkt neben Stromleitungen über lange Strecken ohne Abstand.
- Zu enge Biegungen oder mit dem Tacker gequetschte Kabel.
- Stecker direkt aufs Verlegekabel gecrimpt statt auf Dose und Patchfeld aufgelegt. Das geht, ist aber anfällig.
- Keine Beschriftung. In fünf Jahren weiß niemand mehr, welche Dose zu welchem Port gehört.
- Nicht gemessen. Ein Kabel, das „geht“, ist nicht unbedingt ein Kabel, das volle Leistung bringt.
Wann Leerrohre helfen
Im Neubau oder bei einer Sanierung: Leerrohre legen, auch wo heute kein Kabel hineinkommt. Dann lässt sich später nachziehen, ohne die Wand zu öffnen. Das ist die billigste Zukunftssicherung, die es gibt.
Was wir empfehlen
Wenn Sie selbst verlegen: gerne, das spart Geld. Lassen Sie am Ende aber auflegen und messen, dann wissen Sie, dass jede Dose volle Leistung liefert, und Sie haben eine Dokumentation. Wenn Sie es ganz abgeben wollen: Wir planen, verlegen nach Norm, legen auf, messen und beschriften. Im Büro wie im Einfamilienhaus.
Fragen dazu? Wir beantworten sie lieber am Telefon als in den Kommentaren — Sie bekommen jemanden, der die Anlagen selbst baut.
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